Der Zürcher Gemeinderat will fair einkaufen
Die Kampagne «Keine Ausbeutung mit unseren Steuergeldern» des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks SAH und der SP zeigt Wirkung. Der Zürcher Gemeinderat will keine Güter mehr einkaufen, die unter ausbeuterischen Bedingungen produziert wurden.
An der gestrigen Sitzung hat der Gemeinderat Zürich ein Zeichen für Menschenrechte und gegen Ausbeutung gesetzt. Die Stadt Zürich soll in Zukunft bei der Beschaffung von Waren auf faire Produktionsbedingungen achten. Betroffen sind davon beispielsweise Pflastersteine, die aus Steinbrüchen mit Kinderarbeit stammen, oder Computer, die unter menschenverachtenden Bedingungen in China produziert werden. Mit grossem Mehr überwies der Gemeinderat zwei entsprechende Postulate der SP-Fraktion. Der Stadtrat ist nun aufgefordert, die Regeln des öffentlichen Beschaffungswesens entsprechend anzupassen.
Wie wichtig eine solche Regelung ist, hat das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH mit seiner Kampagne «Keine Ausbeutung mit unseren Steuergeldern» gezeigt. Das SAH hat im Frühling dieses Jahres nachgewiesen, dass beispielsweise die Gemeinde Uitikon-Waldegg ihren Dorfplatz mit «blutigen Pflastersteinen» aus Kinderhand verschönerte. Ruth Daellenbach, Geschäftsleiterin des SAH, zeigt sich denn auch erfreut über den Entscheid und gratuliert der Stadt Zürich: «Es kann ja nicht sein, dass die öffentliche Hand jene Anbieter bevorzugt, die dank der Verletzung von Menschenrechten billiger produzieren können. Der Zürcher Stadtrat muss nun möglichst schnell entsprechende Regelungen ausarbeiten.»
In dreissig weiteren Schweizer Gemeinden sind ähnliche Vorstösse hängig. Der Zürcher Entscheid wird hier sicher Signalwirkung haben, dass eine faire Beschaffung möglich ist»
Kontakt:
- Christian Engeli, Mediensprecher SAH: 079 430 82 22
- Rebekka Wyler, Gemeinderätin SP: 079 222 31 40
Link zu den Postulaten:
▪ http://www.gemeinderat-zuerich.ch/Geschaeft_Details.aspx?ID=7f029139-ab1d-4e3a-ada8-ff7af14d41a2
▪ http://www.gemeinderat-zuerich.ch/Geschaeft_Details.aspx?ID=16103826-152a-412d-af8f-d512e683b02a
Weitere Informationen zur Kampagne «Keine Ausbeutung mit unseren Steuergeldern»: www.kehrseite.ch
